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Paketflut vs. Lagermangel

Paketflut vs. Lagermangel: Wie Wechselbrücken in der urbanen Logistik Platz schaffen
Die Zahlen, die der Bundesverband Paket & Express Logistik (BIEK) in seiner aktuellen „KEP-Studie 2020“ veröffentlicht hat, belegen eindeutig: Der Online-Handel wächst weiter und hat zuletzt durch die Corona-Pandemie sogar noch an Bedeutung gewonnen. Der Untersuchung zufolge ist die Menge 2019 gegenüber dem Vorjahr auf ein Rekordhoch von sage und schreibe 3,65 Milliarden Sendungen gestiegen. Pro Zustelltag werden in Deutschland demnach rund 7 Mio. Empfänger mit mehr als 12 Mio. Sendungen beliefert. Etwa 2 Mio. davon sind gewerbliche Kunden.
Klingt erfreulich, hat aber auch negative Seiten. Die Innenstädte leiden unter mehr Verkehr und Emissionen, Lieferdienste an engen Straßen, mangelnden Entlade- oder Haltezonen und begrenzten Zeitfenstern. Über urbane Logistiklösungen für die letzte Meile wird seit Jahren diskutiert. Leider setzen sich viel versprechende Ideen nur schleppend durch. Das mag daran liegen, dass deutsche Verbraucher sehr verwöhnt sind und sich vieles lieber nach Hause liefern lassen, als es stationär zu kaufen oder in einem Paketshop abzuholen. Mitschuld an der Situation ist sicherlich der Handel, der seit Jahren Besteller mit versandkostenfreien Lieferungen und kostenlosen Retouren lockt. Oftmals tun sich aber auch die Städte schwer, Neues auszuprobieren.
Emissionsfreie Paketzustellung
Die KEP-Dienste sind gezwungenermaßen kreativ und flexibel. Sie entwickeln ständig neue Zustellvarianten. In der Pandemie etwa wurde die kontaktlose Übergabe von Paketen eingeführt, um die Boten vor einer Infektion zu schützen. Doch schon lange vorher haben die Lieferdienste erkannt, dass sie aktiv sein müssen. So gilt seit 2012 das Hamburger UPS-Micro-Hub-Projekt als das erste große und erfolgreiche Logistikkonzept für die emissionsfreie Paketzustellung mit Lastenrädern.
Dabei werden jeden Morgen Wechselbrücken in der UPS-Niederlassung vor den Toren Hamburgs mit Paketen beladen und zu ihren Standorten in der City gefahren. Die Zusteller liefern die Sendungen mit Lastenrädern oder auch mal zu Fuß mit Sackkarren aus. Retouren werden auf dem Rückweg wiederum in die Wechselbrücke geladen und diese am Abend in die Niederlassung zurückgebracht. Das Konzept hat Schule gemacht und UPS wendet es mittlerweile weiteren deutschen Städten an. Auch DPD hat sich an der Idee orientiert und setzt in Konstanz seit rund einem Jahr eine Wechselbrücke als Mikrodepot ein.
Die Vorteile liegen auf der Hand: In die Wechselbrücke passen viele Sendungen und die Zusteller können sie für Nachschub mehrmals am Tag anfahren. Gerade dort, wo viele private Empfänger sind, also der Bote viele Stopps hat, ist ein solches Micro-Hub besonders geeignet. Die Wege zum Nachladen sind kurz, die Parkplatzsuche entfällt. Eine Untersuchung der Hamburg School of Business Administration aus dem Jahr 2016 hat ergeben, dass das UPS-Projekt pro Jahr rund 78.000 Kilometer, 14.000 Liter Diesel sowie 37 Tonnen Kohlendioxid und zusätzliche Schadstoffe einspart – bei 1.000 Zustellungen und 400 Abholungen pro Tag durch zehn UPS-Boten.
Verbraucher müssen bereit sein, Verhaltensweisen umzustellen
Die Lösung setzt jedoch voraus, dass die Städte jeweils geeignete Stellflächen für Wechselbrücken zur Verfügung stellen, die so groß sein müssen, dass auch die Lkw rangieren können. Auch wenn wir als Vermieter von Wechselbrücken diese Variante favorisieren, genügt den KEP-Diensten als Mikrodepot für die emissionsfreie Zustellung per Rad sicherlich oftmals auch eine kleine stationäre Lagerfläche etwa in Parkhäusern oder leer stehenden Geschäften.
Laut der Studie „Logistik und Mobilität in der Stadt von morgen“, die das Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierten Forschungsprojekts „Stadtquartier 4.0“ erstellt und veröffentlicht hat, sind für eine nachhaltige Stadtlogistik jedoch nicht alleine die Ideen der Lieferdienste und Städte gefragt. Demnach müssen auch Verbraucher bereit sein, ihre Denk- und Verhaltensweisen umzustellen und beispielsweise ihre Sendungen in Paketstationen oder Shops abholen, statt sich alles an die Haustüre liefern zu lassen.
 
 

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