Der richtige WAB am richtigen Ort zur richtigen Zeit

Interview mit Marten Bosselmann, Vorstand BIEK

Wie gut kommen Sie durch die Covid-19-Pandemie und was bedeutet die Situation für Ihr Unternehmen?

Die Corona-Krise hat auch für die Paketbranche einige Herausforderungen mit sich gebracht. So mussten beispielsweise innerhalb kürzester Zeit Zustellprozesse so angepasst werden, dass der Infektionsschutz für Verbraucher und Zusteller gewährleistet ist. Unsere Mitgliedsunternehmen haben hier sehr schnell reagiert und verschiedene innovative Lösungen für die kontaktlose Zustellung entwickelt und umgesetzt.

Während im B2B-Bereich das Sendungsaufkommen zurückgegangen ist, ist es im B2C-Bereich deutlich gestiegen, weil Verbraucherinnen und Verbraucher vermehrt auf den Online-Handel zurückgreifen. Unsere Mitgliedsunternehmen haben sich umgehend auf die Situation eingestellt und stellen auch bei erhöhten Sendungsmengen und unter den erschwerten Bedingungen der COVID-19-Pandemie zuverlässig und zügig zu. Es zeigt sich: Die Paketbranche ist flexibel, agil und innovationsfreudig – gute Voraussetzungen, um unerwartete Herausforderungen erfolgreich zu meistern.

Die letzten Monate haben es einmal mehr sichtbar gemacht: Die Paketdienste sind systemrelevant, denn sie versorgen Verbraucher und Wirtschaft mit Waren und Gütern des täglichen Bedarfs. Auch in der Krise arbeiten unsere Mitgliedsunternehmen verlässlich in gewohnt hoher Qualität und halten die Lieferketten stabil.

Worin sehen Sie aktuell die größten Herausforderungen in Ihrem Business, was müsste aus Ihrer Sicht jetzt dringend angepackt werden?

In der Krise wurde auch noch einmal sichtbar, wie wichtig die Wettbewerber der Deutschen Post/DHL sind. Sie bewegen rund 40 Prozent der Sendungen und tragen einen ganz wesentlichen Beitrag zur Versorgung von Bevölkerung und Wirtschaft bei. Es ist vollkommen offensichtlich: Ohne die Wettbewerber geht es nicht. Echter und intensiver Wettbewerb ist der Garant für verbraucherfreundliche Dienstleistungen. Deshalb ist es dringend notwendig, den Postmarkt zu modernisieren und das jahrzehntealte Postgesetz grundlegend zu überarbeiten. Der derzeitige Gesetzesrahmen führt klar zu Wettbewerbsverzerrungen zugunsten des Ex-Monopolisten und zu Ungunsten der Wettbewerber. Die Bundesregierung muss daher unbedingt tun, was sie Koalitionsvertrag selbst festgelegt hat, und das Postgesetz endlich novellieren.

Was läuft in Ihrem Unternehmen heute bereits anders als vorher oder was werden Sie in Zukunft anders machen?

Wie schon beschrieben, haben unsere Mitgliedsunternehmen sehr flexibel auf die neuen Herausforderungen reagiert und Neuerungen in den Zustellprozessen eingeführt. Insgesamt ist die Branche sehr agil und treibt Innovationen in allen Bereichen voran – sei es bei der stetigen Weiterentwicklung nachhaltiger Zustellkonzepte, z.B. mit Lastenfahrrädern und Mikrodepots, oder der Digitalisierung verschiedener Abläufe im Lager, bei der Sortierung sowie bei der Zustellung zur Effizienzsteigerung logistischer Prozesse, zur Entlastung der Zusteller und um noch besser auf Kundenwünsche eingehen zu können.

Grundsätzlich halte ich es für unbedingt notwendig, dass die Digitalisierung in Deutschland mit deutlich höherem Tempo vorangetrieben wird als bisher. Denn auch das hat die Krise deutlich gemacht: Digitale Vernetzung ermöglicht in vielerlei Zusammenhängen eine deutliche Vereinfachung von Arbeitsprozessen – ob in der dezentralen Zusammenarbeit von Teams, der Kommunikation zwischen Dienstleistern und Kunden oder bei maschinellen Prozessen.

Was ist für Sie persönlich die wichtigste Erkenntnis aus den vergangenen Wochen?

Die letzten Wochen haben in meinen Augen ganz deutlich gezeigt: Mit Disziplin, Engagement und Augenmaß können auch Krisen erfolgreich gemeistert werden. Das hat die Paketbranche klar bewiesen.

Was ist das derzeit spannendste Projekt, an dem Sie arbeiten?

Für mich ist die Arbeit für den Bundesverband Paket und Expresslogistik insgesamt eine Aufgabe, die immer spannend bleibt. Im politischen Geschäft ist immer Bewegung, und es gibt stets neue Themen, die zu bearbeiten sind. Auch nach den mehr als zehn Jahren, die ich nun schon für den Verband tätig bin, finde ich meinen Job immer noch ausgesprochen abwechslungsreich und anregend.

Was haben Sie sich in den kommenden drei Jahren in Ihrem Job vorgenommen, wo liegen Ihre Ziele?

Mir ist es ein Anliegen, dass die Paketbranche noch erfolgreicher wird. Dabei möchte ich unsere Mitgliedsunternehmen gemeinsam mit meinem Team durch unsere Verbandsarbeit unterstützen.

Was ist für Sie Erfolg?

Ein erfolgreiches Leben ist für mich gekennzeichnet durch eine ausbalancierte Kombination aus einem erfüllten Berufs- und Privatleben. Wem es gelingt, Job und Familie in Einklang bringen, der ist in meinen Augen erfolgreich.

Wie gehen Sie persönlich mit Stress um?

Ich versuche, dem Stress möglichst präventiv entgegenzutreten. Sport, gute Ernährung und Zeit mit der Familie sind für mich wichtige Elemente, um Stress frühzeitig vorzubeugen.

Wenn Sie einen Wunsch an unsere Bundeskanzlerin frei hätten, welcher wäre das?

Mein Wunsch an die Bundeskanzlerin ist, dass sie dafür sorgt, dass sich der Staat weniger um Regulierung, sondern vielmehr darum kümmert, dass gute Voraussetzungen für fairen Wettbewerb geschaffen werden.

close

Wir möchten Ihnen ein Angebot machen:

Bitte füllen Sie das untenstehende Online-Formular aus und wir melden uns umgehend bei Ihnen.

*Pflichtfeld

Ihre persönlichen Daten*
*
*
*
*
*
*
*
Branche:*







Art der Anfrage:*



Gewünschter WAB Typ:*



*
*
Bitte zögern Sie nicht weitere Informationen hinzuzufügen, die Ihre Anfrage unterstützen
Bevorzugte Art der Kontaktaufnahme:*


Sicherheitscode:*