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Und da ist sie wieder: die Rede vom Fahrermangel in der Logistik. Kaum zieht die Wirtschaft an, wiederholt sich die Endlos-Klageschleife. Dabei ist das wirkliche Problem nicht der Mangel an LKW-Fahrern, sondern der Mangel an Wertschätzung.

Den Anfang macht der Weltverband der Straßengüterverkehrsunternehmen IRU: So erwarten die Transportunternehmen in der EU, Großbritannien, Norwegen und der Schweiz, dass der Anteil der unbesetzten Fahrerstellen 2021 auf 10 Prozent steigen wird, meldet der Verband aktuell. „Der Fahrermangel bedroht die ­Funktionsfähigkeit des Straßengütertransports, die Lieferketten, den Handel, die Wirtschaft und am Ende Arbeitsplätze und den Wohlstand der Bürger“, sagt IRU-Generalsekretär Umberto de Pretto. „Das ist kein Thema, das warten kann. Wir müssen jetzt etwas unternehmen.“
Knalliger kommt der Bundesverbands Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) um die Ecke: demnach fehlen allein in Deutschland derzeit rund 60.000 Fahrer. Das Problem verschärfe sich, weil jährlich etwa 30.000 Fahrer aufhörten, aber nur rund die Hälfte durch neue ersetzt werde.
Ein aktuelles Thema? Mitnichten. Seit Jahren stehen die Arbeitsbedingungen der Berufsgruppe in der Diskussion. Schlechte Bezahlung, miese Behandlung, mangelnde Nachwuchsförderung – wen wundert´s, dass keiner den Weg auf die Verliererstraße antreten will.
Die Medienberichterstattung darüber, wie schlecht Lkw-Fahrer teils an Abladestellen oder bei Grenzkontrollen behandelt wurden, habe der Attraktivität des Berufs im vergangenen Jahr geschadet, glaubt man bei der IRU. „Die Arbeitsbedingungen werden sich verbessern, wenn Fahrer mit mehr Respekt behandelt werden“, meint der Verband.
Das liest sich die Meldung des Unternehmens Deliveroo wie eine Nachricht vom anderen Stern: Der britische Essens-Lieferdienst will seine Fahrer am Erlös des bevorstehenden Börsengangs beteiligen. Insgesamt werden dafür 16 Millionen Pfund (18,6 Millionen Euro) eingeplant. Erfolgreiche Auslieferer, die seit mindestens einem Jahr für das Unternehmen arbeiten, sollen Prämien zwischen 200 und 10.000 Pfund erhalten.
Bravo! In diesem Fall werden LKW-Fahrer als das angesehen, was sie sind: eine Berufsgruppe, die maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen und ganzer Volkswirtschaften beiträgt. Und die – wie bei Deliveroo – am Erfolg partizipiert.
Es ist aus meiner Sicht nicht damit getan, die Nachwuchsprobleme im Fahrer-Beruf zu lösen, indem man jungen Menschen schon eine Fahrerausbildung mit 15 oder 16 Jahren ermöglicht und sie mit 17 Jahren in Begleitung fahren lässt, wie es der BGL vorschlägt.
LKW-Fahrer brauchen, was jeder Mensch verdient: Wertschätzung. Dazu gehört sicher auch ein Lohnniveau, das es mit anderen Branchen und vergleichbaren Berufsgruppen aufnehmen kann.

Bildnachweis: iStock

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